Fifty Shades of Grey

Darauf hat die Welt gewartet, die Verfilmung des Bestsellers „Fifty Shades of Grey“ (E. L. James) von Sam-Taylor-Johnson ist nun auch in den deutschen Kinos angelaufen. Eine junge Studentin, Anastasia, verliebt sich während eines Interviews in den jungen Unternehmer und Milliardär Christian Grey. Dieser findet ebenfalls Gefallen an ihr und weiht sie, nachdem er sie zur Frau macht, in sein tiefstes Lebensgeheimnis ein. Seine vollkommende Leidenschaft für Sadomasochismus. Die völlig überrumpelte Anastasia ist anfänglich verunsichert, ihre Neugier überwiegt letztendlich und häppchenweise lässt sich die Studentin auf den dominanten Jungreichen ein.

Den Film einem direkten Genre zuzuordnen fällt schwer, ist es in erster Linie eine Literaturverfilmung, ein Liebesdrama aber natürlich auch ein Erotikfilm. Letzteres, die Erotik, kommt unserer Meinung nach zu kurz. Das mühevolle Bestreben nach einer erwarteten kommerziellen Verfilmung wird leider an zu vielen Stellen allzu deutlich. Schade, beinhaltet das Buch doch detaillierte und schmutzige BDSM-Szenen, so werden diese im ersten Teil der Verfilmung komprimiert und schmälernd dargestellt. Sicherlich sind die ästhetischen Geschmäcker unterschiedlich. Nun ja, wer einen ordentlichen BDSM-Film sehen will, der kann in ein Pornokino gehen. Wir wollen den Film nicht unbedingt auf seine zu soft dargestellten Sex-Szenen reduzieren und auch nicht schlechter machen als er ist. Die schauspielerische Leistung der beiden dann doch „berufsjungen“ hübschen Hauptdarsteller  ist grandios. Zudem sind die einzelnen Filmsequenzen hervorragend mit passender und erstklassiger Filmmusik gekoppelt. Im Grunde ist es den Verantwortlichen gelungen, einen Film für das breite Publikum zu schaffen, der trotz seiner festgefahrenen Handlung lebendig und keinesfalls eintönig wirkt. Eine exzellente Kameraführung liefert stellenweise angenehme Aufnahmen in einer aufgehübschten Umwelt. Wer sich zuvor der Literatur gewidmet hat, muss Abstriche in der erotischen Visualisierung in Kauf nehmen, darf sich aber dennoch auf eine gute Buchverfilmung freuen. Wir wünschen allen Neugierigen viel Spaß im Kino und sind gespannt auf Teil 2 – wenn Herr Grey wiedermal einlädt.